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Mythos Schatzstein - Werner Störk und die Minifossis



Eine große Schar interessierter Besucher ließ sich nicht durch bzw. trotz zahlreicher mündlicher und schriftlicher Überlieferungen über den sagenumwogenen Schatzstein am Todtnauer Wasserfall davon abhalten nun aus profundem Munde Näheres und evtl. Neues darüber zu erfahren. Werner Störk, eine Koriphäre auf diesem Gebiet und bis Anfang dieses Jahres der Leiter der berühmten AG Minifossis an der Friedrich-Ebert Schule Schopfheim garantierte aufgrund der über drei Jahren dauernden Forschung spannende und zugleich aufschlussreiche neue Informationen hierüber.

Das Eintauchen in die Wunderwelt der Mineralien und Silbererze zu Beginn faszinierte die Besucher und vermittelte einen Hauch der mittelalterlichen Grubenatmosphäre und des damals unter schwersten Bedingungen gewonnenen heiß begehrten Silbers. Die exakte Lage des Schatzsteines mit den darauf gemeißelten Zeichen wurde über Jahrhunderte als der Markierungsstein und Ort einer vergrabenen Kriegskasse gedeutet, die zur Zeit des französischen Einfalls um 1795 vor den Feinden auf der Flucht vor den Österreichern vergraben wurde. Schatzsucher des 20. Jahrhunderts glaubten jedoch felsenfest bis 1932 an eine mögliche Hebung des Schatzes und hielten das Interesse daran wach. So stieß auch die Schülergruppe aus Schopfheim, die bereits im Sommer 1995 die ersten Vermessungen am Kreuzfelsen- wie der Schatzstein richtig heißt- durchführten auf diesen Mythos.

Die Meißelmarken, u.a. das viergeteilte Kreiszeichen, das dem Felsen auch den Namen  Schibefelsen gab, stellt in Wirklichkeit ein Radsymbol dar, das auf den Ausgangspunkt der ehemaligen Grube, den 1.550 Meter entfernten Großen Radschacht (Radschert) hinweist. Weitere eingemeißelte Markierungen konnten in ihrer Funktion als Kartenlegende interpretiert werden und auf drei übereinanderliegende Stollen hinweisen. Aus dem Jahre 1527 belegt ein Dokument die Existenz von drei übereinanderliegenden Stollen. Erstaunliche Ergebnisse über die damals genauen eingemeißelten Werte fanden die jungen Forscher bis sie schließlich den idealen Ausgangs- und Zielpunkt für alle unterhalb des Kreuzfelsens liegenden Stollen und Landmarken fanden. So wird das gesamte Todtnauer- bzw. Todtnauberger Silberrevier durch die Zeichen am Kreuzfelsen erfaßt und dokumentiert. Diese exakten Berechnungen, die sogenannte  Schiner ausführten, Bergbauexperten, die durch ihre hohe Vermessungskunst über Erfolg oder Mißerfolg bergmännischer Arbeit entschieden, riefen höchstes Erstaunen bei allen Anwesenden hervor.

Der Abschluss der Forschungsarbeit wurde durch eine Beobachtung im Gewann Mühleboden gemacht. Hier verhalf die freie Sicht auf den Felsen am Stübenbach auf Gauch 1 und Gauch 2, einschließlich der Verbindungsstrecke Kreuzfelsen über den Felsen am Stübenbach zum Mühleboden zum Durchbruch. Der Schatzstein ist ein Dokument im wahrsten Sinn des Wortes und ein Monument zur Demonstration für Reichtum, Macht und Stolz über die im Berg verborgenen Schätze.

Lang anhaltender Beifall unterstrich die Begeisterung der Besucher für die Arbeit der AG Minifossis und deren Leiter Werner Störk.

Kulturhaus Todtnau e.V.
19. Oktober 2012



Kulturhaus Todtnau
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